Party findet statt und ich darf nicht mehr kommen..

„Party findet statt und ich darf nicht mehr kommen, weil ich selber denken möchte und ich bin nicht konform“
So beginnt ein Song von mir, der an dieser Stelle nicht wörtlich gemeint war, sondern die Erfahrung umschreibt sich als offensive*r Befürworter*in der Definitionsmacht in linken Zusammenhängen zu bewegen.
Durchaus wörtlich zu verstehen ist dies allerdings bezüglich des Hip-Hop-Openairs „thinkoutsidethebox“ am 5. Mai im AZ Köln. Bei diesem queer-feministischen Hip-Hop-Festival ist mir das zweite Thema, mit dem man sich in der Linken extrem schnell extrem unbeliebt machen kann, in die Quere gekommen: Meine ausdrückliche Ablehnung von Antisemitismus, auch wenn dieser in Form von Antizionismus und „Befreiungsbewegungen“ daher kommt.
Das Schreiben, das ich von einer Orga-Person erhalten habe, ist erstaunlich lang. Trotzdem komme ich auch bei mehrmaligem Lesen zu keiner anderen Erkenntnis, als das die Ablehnung ausschließlich auf meiner Israelsolidarität beruht. So meint wohl die Orga-Crew (oder zumindest die schreibende Person), dass es „den Israelis [mehr] hilft […], integer und aufrichtig zu kritisieren […]“ – Grass lässt grüßen. Bei einem antiklerikalen Song wird bemängelt, dass er nicht auch explizit Stellung zum orthodoxen Judentum bezieht. Probleme damit, dass ich auch den Hinduismus ausgelassen habe, sind nicht ersichtlich.
Da die inhaltlichen Differenzen hier wohl beidseitig sind, hält sich mein Bedauern hinsichtlich der Absage in Grenzen – auch wenn ich ziemlich gerne auftrete und dies auch gerade in einem queer-feministischen Kontext. Und bei diesem Punkt besteht auch mein größtes Bedauern: Einen Treffpunkt für queer-feministische Freund*innen des Sprechgesangs findet sich wohl selten in NRW. Dass die Orga-Crew sich gegen eine sog. spektrenübergreifende Veranstaltung, die sich inhaltlich am Punkt queer-feministisch trifft, zu Gunsten einer Abgrenzung zu sog. Antideutschen entschieden hat, ist wirklich bedauerlich.
Soweit die Veranstalter*innen einer Veröffentlichung ihrer Mail zustimmen, folgt hier in Kürze ein Text, der sich ausführlicher mit den kritisierten Textstellen beschäftigt. Bis dahin könnt ihr euch hier einen eigenen Eindruck über die Texte verschaffen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s