Archiv der Kategorie: Chauvinismus

Die Erklärung

Mit großem Vergnügen präsentiere ich euch heute das erste echte Video von S1R! Die 10 000 € Drehkosten haben sich gelohnt. Viel Spaß und Katze frei.

„Gedreht in Hollywood, wurden visuelle Komponenten der Popart und des Expressionismus gekonnt zu einer Mélange kombiniert, die dem Zeitgeiste des Protestes und des Pazifismus kritisch zur Seite tritt. Eine überaus gelungene Darbietung moderner Popkultur für den Urbanisten von heute, der der Moderne und dem Konkreten mehr Wert beimisst, als nur eines Suffix für post und un. Bevor der durch Irrationalität und Mystik in die Enge getriebene Homo sapiens allzu leichtfertig zur metallenen Waffe greife, solle er, gleich eines Apostels des Verstandes, dem gesprochenen Worte mit der Schärfe einer Klinge den Vorzug geben und seine Gegner mit Kritik füsilieren.“

Hemmingway

Alles nur Ironie aka Kunst darf alles

Seit einer Weile auf der mentalen Textproduktions-To-Do-List war ein Text zu den Orsons. Durch die Erkenntnis, dass selbige am 11. Mai 2013 in Dortmund auf einem Jugendcamp, organisiert von Falken und Jusos, spielen, hat sich die Fertigstellung ein ganz klein wenig beschleunigt. Zur Info: In dem Artikel kommen Songzitate der Band vor, die transphop und antisemitisch sind und sexualisierte Gewalt beschreiben. LH2R

So langweilig, wie unglaublich: Die Tatsache, dass es Leute – auch „Künstler“ genannt – gibt, deren Ego scheinbar so viel mentalen Raum einnimmt, dass kein Platz mehr für Vernunft ist. Viel unglaublicher jedoch die Tatsache, dass deren Masche auch noch auf Resonanz stößt. Aus dem Deutsch-Grundkurs ist ihnen scheinbar nur dunkel in Erinnerung geblieben, dass es ein Stilmittel namens „Ironie“ gibt, dass die brauchbare Verwendung von Ironie allerdings intelligente Texte  – und auch nachdenkende Zuhörer*innen – voraussetzt, ist ihnen jedoch entgangen.

Folge: Stumpfe Texte, die im Niveau eindeutig auf einer Ebene mit Haftbefehl rangieren, jedoch durch die Performance der „Künstler“ behaupten irgendwie ironisch (= lustig, aber trotzdem mit guten Inhalten) zu sein.

Dazu bleibt eigentlich nur zu sagen: Ich hab nichts prinzipiell gegen Humor. Nur ist Sexismus nicht lustig. Genauso wenig wie Transphobie, sexualisierte Gewalt und Antisemitismus.

Wovon ich eigentlich rede? Davon, dass eine grottenolm-schlechte Band wie „Die Orsons“ fetten inhaltlichen Müll absondern darf ohne große Konsequenzen. Ach doch, Konsequenzen gibt es: Erfolg. Immerhin ist die Palette der anstehenden Gigs recht bunt: Vom „Workers Youth Festival“ der Falken und Jusos bin hin zum Rock am Ring. Weiterlesen

Zwischen allen Stühlen – Anmerkung zu aktuellen Mediendebatten

S1R hat mich netterweise als Gastautor zu diesem Blog eingeladen; d.h. hier werden ab und an mal Texte aus anderer Feder auftauchen. Et voilà:

Würde ich eine militärische Metapher benutzen wollen, stünde hier was vom Zwei-Fronten-Krieg. Aber zum einen tue ich dies ungern; weniger wegen einer Aversion gegen Militär, als zur Vermeidung  der Relativierung von Kriegsgeschehen. Und zum anderen ist das Problem mehrdimensional und wirkt nur auf  den ersten Blick binär. Und zwar in dem Moment, wenn man feststellt das Leute feststellen, das Augstein weder Göbels noch Ahmadinedschad ist, aber trotzdem nicht harmlos, sondern ein moderner Antisemit mit zahlreichen Verteidigern in den verschiedensten Medien und dem Sumpf des modernen Stammtischs – der Kommentarspalte[1]. Und dann selbige Leuten allen Ernstes behaupten: Brüdele ist nicht Ahmadinedschad – ergo harmlos und irrelevant (sinngemäß). Weiterlesen

Kübra ist die Mitte

Warum, frage ich mich, war mein Smartphone der Meinung, mir die aktuelle Kolumne der von mir sehr geschätzten TAZ – Kolumnistin Kübra Gümüsay auf den Blidschirm holen zu müssen? Ich wollte das doch gar nicht. Klar, ich hätte einfach wegklicken können und die Sache wäre gegessen gewesen. Aber mit den Texten von Frau Gümüsay verhält es sich ein wenig so wie mit Unfallstellen auf der Autobahn; eigentlich möchte man nicht hingucken, die Lust sich ein wenig vor dem erwarteten Grauen zu gruseln verleitet einen aber dann doch dazu. Weiterlesen

Bitte haben Sie Verständnis

Vier Tage dauern bereits die „Proteste“ in verschiedenen arabischen Ländern an, deren Anlaß ein Amateurfilm mit dem Titel „Innocence of Muslims“ ist. Und seit vier Tagen ergießen sich verschiedene Erklärungsversuche über die Gründe für das Entstehen eines derartig rasenden islamischen Mobs über das Internet und die Zeitungen. Weiterlesen

Die deutsche Rapszene: Ein feuchter Männertraum

Vor ein paar Tagen machte mich ein Freund auf die Rapperin Schwesta Ewa aufmerksam. Vermutlich wird ihre Musik gemeinhin als „Straßenrap“ eingeordnet, da sich die Themen um Drogen, Gangstertum und das „harte“ Leben auf der Straße drehen. Also im Grunde nichts Neues außer, und das ist tatsächlich etwas bemerkenswertes, dass es sich bei der Künstlerin um eine Frau handelt. Weiterlesen