Schlagwort-Archive: Antisemitismus

Antizionismus

Es gibt so viele gute Texte zum Thema Judenhass und der versuchten Camouflage modernen Antisemiten durch die Verwendung des Wortes Zionist anstelle von Jude. Sehr viele Menschen haben sich darüber den Kopf zerbrochen und immer und immer wieder auf den Vernichtungsantisemitismus arabischer Provence hingewiesen. Passieren tut aber nichts. Es wird weiter relativiert, Israel als Hort des Bösen stilisiert und den islamistischen Mördertrupps und ihrer „gemäßigten“ Community mit viel Verständnis begegnet. Frei nach dem Motto, wer selber Opfer von Diskrimierungen sein könnte, der kann nichts für sein handeln. Bullshit. Scheiß auf Antisemiten, Antizionisten, egal ob braun, grün, dunkelgrün, schwarz oder rot.

Die Erklärung

Mit großem Vergnügen präsentiere ich euch heute das erste echte Video von S1R! Die 10 000 € Drehkosten haben sich gelohnt. Viel Spaß und Katze frei.

„Gedreht in Hollywood, wurden visuelle Komponenten der Popart und des Expressionismus gekonnt zu einer Mélange kombiniert, die dem Zeitgeiste des Protestes und des Pazifismus kritisch zur Seite tritt. Eine überaus gelungene Darbietung moderner Popkultur für den Urbanisten von heute, der der Moderne und dem Konkreten mehr Wert beimisst, als nur eines Suffix für post und un. Bevor der durch Irrationalität und Mystik in die Enge getriebene Homo sapiens allzu leichtfertig zur metallenen Waffe greife, solle er, gleich eines Apostels des Verstandes, dem gesprochenen Worte mit der Schärfe einer Klinge den Vorzug geben und seine Gegner mit Kritik füsilieren.“

Hemmingway

Alles nur Ironie aka Kunst darf alles

Seit einer Weile auf der mentalen Textproduktions-To-Do-List war ein Text zu den Orsons. Durch die Erkenntnis, dass selbige am 11. Mai 2013 in Dortmund auf einem Jugendcamp, organisiert von Falken und Jusos, spielen, hat sich die Fertigstellung ein ganz klein wenig beschleunigt. Zur Info: In dem Artikel kommen Songzitate der Band vor, die transphop und antisemitisch sind und sexualisierte Gewalt beschreiben. LH2R

So langweilig, wie unglaublich: Die Tatsache, dass es Leute – auch „Künstler“ genannt – gibt, deren Ego scheinbar so viel mentalen Raum einnimmt, dass kein Platz mehr für Vernunft ist. Viel unglaublicher jedoch die Tatsache, dass deren Masche auch noch auf Resonanz stößt. Aus dem Deutsch-Grundkurs ist ihnen scheinbar nur dunkel in Erinnerung geblieben, dass es ein Stilmittel namens „Ironie“ gibt, dass die brauchbare Verwendung von Ironie allerdings intelligente Texte  – und auch nachdenkende Zuhörer*innen – voraussetzt, ist ihnen jedoch entgangen.

Folge: Stumpfe Texte, die im Niveau eindeutig auf einer Ebene mit Haftbefehl rangieren, jedoch durch die Performance der „Künstler“ behaupten irgendwie ironisch (= lustig, aber trotzdem mit guten Inhalten) zu sein.

Dazu bleibt eigentlich nur zu sagen: Ich hab nichts prinzipiell gegen Humor. Nur ist Sexismus nicht lustig. Genauso wenig wie Transphobie, sexualisierte Gewalt und Antisemitismus.

Wovon ich eigentlich rede? Davon, dass eine grottenolm-schlechte Band wie „Die Orsons“ fetten inhaltlichen Müll absondern darf ohne große Konsequenzen. Ach doch, Konsequenzen gibt es: Erfolg. Immerhin ist die Palette der anstehenden Gigs recht bunt: Vom „Workers Youth Festival“ der Falken und Jusos bin hin zum Rock am Ring. Weiterlesen

Politischer Rap

Als ich die Videos zu Raputation.tv gesehen habe, musste ich mal wieder über den Sinn und Zweck von politischem Rap nachdenken.

Letztens hab ich wieder einen Track aufgenommen und mir wie fast jedes Mal die Sinnfrage gestellt. Warum mach ich das? Was will ich damit? So richtig weiß ich das nicht, außer das es Spaß macht zu rappen. Der ausbleibende Erfolg (gemessen an Klicks und Likes in diversen sozialen Netzwerken,  Einladungen zu Konzerten, verkaufte CDs) spricht jedenfalls nicht dafür, dass ich etwas künstlerisch in dem Sinne wertvolles produziere, dass es viele Menschen ansprechen würde. Es könnte natürlich sein, dass meine Musik schlecht ist, weil ich kein guter Rapper bin, die Beats nichts können und sich auch insgesamt kein angenehmes Hörerlebnis einstellen möchte. So ganz richtig kann das aber nicht sein, denn gemessen an der Performance anderer Rapper schätze ich meine Songs als nicht soooo schlecht ein. Weiterlesen

Zwischen allen Stühlen – Anmerkung zu aktuellen Mediendebatten

S1R hat mich netterweise als Gastautor zu diesem Blog eingeladen; d.h. hier werden ab und an mal Texte aus anderer Feder auftauchen. Et voilà:

Würde ich eine militärische Metapher benutzen wollen, stünde hier was vom Zwei-Fronten-Krieg. Aber zum einen tue ich dies ungern; weniger wegen einer Aversion gegen Militär, als zur Vermeidung  der Relativierung von Kriegsgeschehen. Und zum anderen ist das Problem mehrdimensional und wirkt nur auf  den ersten Blick binär. Und zwar in dem Moment, wenn man feststellt das Leute feststellen, das Augstein weder Göbels noch Ahmadinedschad ist, aber trotzdem nicht harmlos, sondern ein moderner Antisemit mit zahlreichen Verteidigern in den verschiedensten Medien und dem Sumpf des modernen Stammtischs – der Kommentarspalte[1]. Und dann selbige Leuten allen Ernstes behaupten: Brüdele ist nicht Ahmadinedschad – ergo harmlos und irrelevant (sinngemäß). Weiterlesen

Der Skandal, der keiner ist

Vor ein paar Tagen las ich das hier:

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrichhat Rapper Bushido (34) wegen einer stilisierten Nahost-Karte auf dessen Twitter-Profil kritisiert. Die Karte mit dem Schriftzug „Free Palestine“ (Befreit Palästina) zeigt das Gebiet Israels in den palästinensischen Farben. „Dieses Kartenbild dient nicht dem Frieden, sondern sät Hass“, sagte Friedrich (55) der „Bild am Sonntag“.

Ferner forderte Friedrich, dass Integrationspreisträger Bushido sein Profilbild umgehend löschen solle ganz so, als ob er dann aufhören würde Antisemit zu sein. Darüber, dass Leute wie Bushido Antisemiten sind kann man  sich nun mal wirklich nicht aufregen. Wem war das nicht klar? Aufregen kann man sich eher darüber, dass das die ganze Zeit fahrlässig ignoriert wurde. Dass sich im deutschen Rap ein offener Antisemitismus etabliert hat und das schon seit einigen Jahren kann nur denjenigen nicht aufgefallen sein, für die Augstein ein „kritischer Journalist“ ist und Antisemitismus erst mit dem Mord an Juden beginnt. Weiterlesen